Prof. Dr. Frank M. Brunkhorst, Jena

Ich habe in Berlin als junger Assistenzarzt und später als Oberarzt an kommunalen Krankenhäusern als Internist und Intensivmediziner jahrelang „an der Front“ (Intensivstation, Normalstation, Notaufnahme, Notarztwagen) gearbeitet.

Im Lauf der Jahre musste ich feststellen, dass meine Behandlungserfolge bei Patienten mit schwerer Sepsis und septischem Schock trotz aller Bemühungen weitgehend gering waren. Während wissenschaftliche Erfolge in Jena nicht ausblieben, stellte ich zunehmend fest, dass die Anliegen von ehemaligen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen, gerade was die Langzeitfolgen nach überlebter Sepsis betrifft, in der medizinischen Öffentlichkeit hingegen zu wenig berücksichtigt waren.

Ich entschloss mich daher gemeinsam mit Hubert Grönert, am 03.-04.12.2005 in Jena eine „Betroffeneninitiative Sepsis“ ins Leben zu rufen. Um die Selbsthilfe zu verstetigen, beschlossen wir auf Vorschlag der Mitglieder die „Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.“ (DSH) zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 05.09.2007 in Weimar statt. Die DSH ist die weltweit erste Sepsis-Selbsthilfegruppe.

Die DSH hat bisher Enormes geleistet, gerade die nationale Beratungstätigkeit, welche rund um die Uhr allen Betroffenen und deren Angehörigen angeboten wird, ist weltweit einzigartig.

Weiter so, wir haben noch vieles zu tun, um zu ähnlichen Erfolgen zu gelangen, wie es in anderen Bereichen der Medizin seitens des Engagements der Patientenvertreter bereits gelungen ist.

Mit besten Grüßen aus Jena, Frank M. Brunkhorst